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Litvínov – Oberleutensdorf - mit seinen 30 000 Einwohnern liegt am Fuß des Brüxer (Most) Teiles des Erzgebirges. Durch seine dominante Lage siedelten sich bereits im Mittelalter entlang des Wilden und des Weißen Baches Bauern an. Die Bauernhöfe befanden sich in der Nähe der Wege, die am Fuße des Erzgebirges von Ost nach West und über das Erzgebirge in Richtung Sachsen führten. Als Dorf mit Kirche existierte Litvínov schon in der ersten Hälfte des 14. Jhs. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Steuerregister des Papstes. Dort wurde die Kirche verpflichtet, dem König Karl IV. eine Gebühr von 6 Groschen abzuführen. Litvínov gehörte zu dem Besitztum des böhmischen Adelsgeschlechtes der Hrabišicer, das einen bedeutenden Teil des Landes am Fuße des Erzgebirges durch den Adelszweig der Herren von Riesenburg beherrschte. Dieses Gebiet wurde 1398 an den Meißner Markgrafen verkauft. Erst 1459 gewann es König Jiří von Poděbrady zurück. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts gehörte es abwechselnd verschiedenen lehensmannverpflichteten Adeligen. Anfangs des 16. Jhs. wurde dieses Eigentum in die Hände der Herren von Jahn gegeben, die es aber 1589 dem Herrn Václav von Lobkowitz verkauften. Durch die Vermählung der Polyxena von Lobkowitz mit Maxmilian von Waldstein im Jahre 1642 ging Litvínov in den Besitz der Waldsteiner über, die ihn dann einige Jahrhunderte lang verwalteten. Zu bedeutender Umwandlung der Stadt kam es durch die Gründung der in Europa einzigartigen Tuchmanufaktur. Der Gründer war Jan Josef von Waldstein. Mit dem Privileg des Kaisers Karl IV. wurde die Bedeutung der Manufaktur geprägt, der Kaiser erhob Horní Litvínov (Oberleutensdorf) zum Marktflecken mit dem Recht, das Stadtsiegel zu gebrauchen und Jahrmärkte abzuhalten. Die Textilherstellung wurde 1757 mit der Gründung der Zunft der Strumpfhersteller unterstützt und gestärkt. Wolltuch aus der Manufaktur, Wollstrümpfe und andere gestrickte Waren erweckten großes Interesse in ganz Europa. Mit Beginn des 19. Jhs. verbreitete sich die Holzspielwarenherstellung aus dem Erzgebirge bis nach Litvínov. Das Stadtrecht erhielt Litvínov im Jahre 1852. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Litvínov zu einer Industriestadt, deren Charakter, geprägt durch die Textilwarenherstellung, Braunkohleförderung und Chemieindustrie, sich auch in der neuen Wirtschaftsepoche erhalten hat.
Spielzeugherstellung im Erzgebirge
Die Herstellung von Holzspielzeug ist eng mit dem Erzgebirge und den Einwohnern der Gebirgsdörfer verbunden. Sie hat sich im 18. Jahrhundert besonders im Raum Hora Svaté Kateřiny (Katharinaberg) - Horní Litvínov (Oberleutensdorf) durchgesetzt. Die Spielzeugproduktion hat sich aus dem Drechseln von hölzernen Gebrauchgegeständen entwickelt. Auf den mit Fußantrieb ausgestatteten Drechselbänken entstanden Werke, die den Kindern und auch Erwachsenen in ganz Europa viel Freude bereiteten. In Horní Litvínov ist um das Jahr 1860 sogar ein Kaufhaus der Firma C. A. Muller und Comp. mit Spielwaren entstanden. Die Spielzeugproduktion auf der tschechischen Seite des Erzgebirges ist anfangs des 20. Jahrhunderts allmählich erloschen. Die Spielzeugwerkstätten wurden stillgelegt und es kam zum Abfluß der Einwohner. In der Gegenwart werden die traditionellen Handwerke wieder ins Leben gerufen und man kann in der Weihnachtszeit geschmückte Fenster mit gemalten Nußknackern und Räuchermänneln bewundern.
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